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Handwerker belädt seinen Transporter mit Werkzeug und Material

Werkverkehrsversicherung für eigene Waren und Arbeitsgeräte

Werkverkehrsversicherung: Schutz für eigene Waren, Material und Arbeitsgeräte, die Sie mit eigenen Fahrzeugen transportieren – bei Unfall, Diebstahl, Brand und Be- und Entladeschäden, zum Neu- oder Wiederbeschaffungswert.

Kurz erklärt

Die Werkverkehrsversicherung schützt Ihre eigenen Waren, Materialien und Arbeitsgeräte, während Sie sie mit eigenen Fahrzeugen transportieren. Die Frachtführerhaftpflicht hilft hier nicht, denn sie deckt nur fremde Güter. Versichert sind Unfall, Diebstahl, Brand und Be- und Entladeschäden – wahlweise zum Neu- oder Wiederbeschaffungswert.

Was ist Werkverkehr?

Werkverkehr ist nach § 1 Abs. 2 GüKG die Beförderung eigener Güter für eigene Zwecke mit eigenen Fahrzeugen und eigenem Personal – etwa der Handwerker, der Material zur Baustelle fährt, oder der Großhändler, der seine Kunden mit eigenen LKW beliefert. Im Gegensatz zum gewerblichen Güterverkehr gibt es keine Versicherungspflicht – das Risiko für Ihre Ware tragen Sie aber vollständig selbst.

Was ist versichert?

Versichert

  • Unfall des Fahrzeugs: Umstürzen, Zusammenstoß, Reifenplatzer
  • Einbruch, Diebstahl des Fahrzeugs samt Ladung, Unterschlagung
  • Brand, Blitzschlag, Explosion
  • Be- und Entladeschäden
  • Politische Gewalt, Unruhen, Eingriffe von hoher Hand
  • Verderb von Kühlgut bei Ausfall der Kühlanlage (nach Vereinbarung)

Typische Kunden

  • Handwerksbetriebe mit Werkzeug und Material
  • Großhandel mit eigener Auslieferung
  • Messebauer und Veranstaltungstechnik
  • Getränke- und Lebensmittelhandel
  • Bau- und Montagefirmen

Auch nachts, bei Zwischenaufenthalten und beim Abstellen des beladenen Fahrzeugs am Zielort ist die Ladung versichert – je nach vereinbarten Sicherungsauflagen.

Häufige Fragen

Ist die Frachtführerhaftpflicht eine Pflichtversicherung?

Ja – für den gewerblichen Güterkraftverkehr mit Fahrzeugen über 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht (einschließlich Anhänger) schreibt § 7a GüKG eine Güterschaden-Haftpflichtversicherung vor. Die Mindestversicherungssumme beträgt 600.000 EUR je Schadenereignis.

Die Versicherungsbestätigung muss während der Fahrt im Fahrzeug mitgeführt und bei Kontrollen vorgezeigt werden. Wer ohne Versicherung fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert die Erlaubnis nach § 3 GüKG. Für Transporter bis 3,5 t besteht keine gesetzliche Pflicht – Auftraggeber verlangen die Versicherung aber fast immer vertraglich. Mehr: Frachtführerhaftpflicht.

Was kostet eine Frachtführerhaftpflicht?

Bei ASTRAL kostet die Frachtführerhaftpflicht für Stück- und Sammelgut mit 40 SZR und 300 EUR Selbstbeteiligung je Fahrzeug und Jahr (netto, zzgl. 19 % Versicherungsteuer):

FahrzeugDeutschlandEuropa inkl. CMR
bis 3,5 t Nutzlast210,00 EUR240,00 EUR
bis 15 t Nutzlast390,00 EUR435,00 EUR
über 15 t Nutzlast450,00 EUR540,00 EUR

Für Kühlgut sowie Tank- und Silotransporte mit Fahrzeugen über 15 t Nutzlast: 700,00 EUR in Deutschland, 800,00 EUR europaweit inkl. CMR.

Der Preis hängt vor allem ab von Transportgut, Fahrzeuggröße und Anzahl, Fahrtgebiet (Deutschland oder Europa), Haftungshöhe (8,33 oder 40 SZR), Güterart, Selbstbeteiligung und Schadenverlauf. Für größere LKW und Flotten kalkulieren wir individuell – oft nach Fahrzeuganzahl oder Frachtumsatz. Einen ersten Richtpreis zeigt Ihnen unser Rechner.

Was sind Sonderziehungsrechte (SZR)?

Sonderziehungsrechte (SZR, englisch SDR) sind eine Rechnungseinheit des Internationalen Währungsfonds, die aus einem Korb großer Währungen (US-Dollar, Euro, Yuan, Yen, Pfund) berechnet wird. Ein SZR entspricht derzeit rund 1,20 EUR; der Kurs ändert sich täglich.

Im Transportrecht wird die Haftung des Frachtführers in SZR je Kilogramm Rohgewicht angegeben: 8,33 SZR je kg nach § 431 HGB und Art. 23 CMR – das sind rund 10 EUR/kg. Viele Auftraggeber verlangen 40 SZR je kg (rund 48 EUR/kg). Maßgeblich ist der Kurs am Tag der Übernahme des Gutes bzw. am vereinbarten Tag.

Was ist der Unterschied zwischen Frachtführer und Spediteur?

Der Frachtführer führt den Transport selbst durch (§ 407 HGB), der Spediteur organisiert ihn und beauftragt dafür Frachtführer (§ 453 HGB). Beide haften gegenüber ihrem Auftraggeber, aber auf unterschiedlicher Grundlage.

Übernimmt ein Spediteur den Transport zu einem festen Preis (Fixkostenspedition) oder fährt er selbst, haftet er wie ein Frachtführer. Viele Unternehmen sind beides – deshalb deckt eine Speditionshaftpflicht meist sowohl Speditions- als auch Frachtverträge ab.

Was ist der Unterschied zwischen Güterverkehr und Werkverkehr?

Güterkraftverkehr ist die gewerbliche Beförderung fremder Güter gegen Entgelt; Werkverkehr ist die Beförderung eigener Güter für eigene Zwecke mit eigenen Fahrzeugen und eigenem Personal (§ 1 GüKG).

Für den Güterkraftverkehr über 3,5 t brauchen Sie eine Erlaubnis und eine Pflicht-Haftpflichtversicherung. Der Werkverkehr ist erlaubnisfrei und nicht versicherungspflichtig – Ihre eigene Ware ist aber nur über eine Werkverkehrsversicherung geschützt. Auch die Kfz-Versicherung stuft beide Nutzungsarten unterschiedlich ein.

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